Hier finden Sie immer neue, oft auftretende Fragen und die passenden Antworten dazu. Fragen zu folgenden Themen wurden häufig von Patientenbesitzern gestellt: RAO ( COPD, "Dämpfigkeit" ) Podotrochlose Impfung Zähne / Zahnkontrolle Zahnsanierung ohne Sedierung? Ankaufsuntersuchung Hufrehe Sie wollten schon immer etwas genau wissen? So zögern Sie nicht und schreiben Sie uns oder rufen uns einfach an. Wir bemühen uns Sie best möglich zu beraten bzw. zu informieren!!

Mein Pferd hustet immer wieder beim ersten Antraben zum Teil auch während des Ausmistens und der Heugabe. Außerdem ist mir aufgefallen, dass er sowohl in der Ruhe als auch bei der Anstrengung stärker atmet als andere Pferde. –Was könnte die Ursache sein?
Diagnostik und Therapie
COPD, chronic obstructive pulmonary disease, mit neuer Terminologie RAO
(recurrent airway obstruction) genannt, ist eine entzündliche,
obstruktive Lungenerkrankung, die vorwiegend bei Pferden mittleren
Alters klinische Relevanz zeigt. Die Obstruktion, hervorgerufen durch
übermäßige Schleimproduktion wird durch die
Inhalation von Staub, und hier insbesondere der von Heu und Stroh
ausgelöst. Für den Besitzer auffällig
präsentieren sich in Abhängigkeit des
Erkrankungsgrades Husten, vorwiegend beim Fressen und zu Beginn der
Arbeit, sowie Atemnot und Leistungsintoleranz.
Haltungsmanagement: Die Optimierung der Haltungsbedingungen spielt im Rahmen der RAO die größte Bedeutung. Zwar kommt es durch die Therapie zu einer Besserung der klinischen Symptome, aber ohne Beseitigung des Auslösers des „Circulus vitiosus" kommt es nach Absetzen der Therapie zu einem erneuten Schub. Das Optimum ist die ganztägige Weidehaltung, die sich allerdings in den seltensten Fällen realisieren lässt. Trockenes Heu ist auf jeden Fall zu vermeiden. Eingeweichtes, nasses Heu sollte verwendet werden. Auch auf Stroh sollte verzichtet werden. Einstreualternativen sind entstaubte Sägespäne. Nach Möglichkeit sollten die Boxennachbarn demselben Haltungsmanagement unterliegen und keinesfalls sollte, während erkrankte Pferde im Stall stehen, Stroh eingestreut oder mit Heu hantiert werden. Auf eine gute Belüftung muss geachtet werden, wenn die Möglichkeit besteht, sollten Außenboxen bevorzugt werden.
Als medikamentelle Therapie stehen uns verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung: z.B.: Bronchodilatoren ( entspannen die Muskulatur der Bronchen und lindern so die Atemnot ) und Sekretolytika (lösen den Schleim); diese werden meisten in einem Kombi-Präparat verabreicht. Bei den schweren Fälen der RAO sind Entzündungshemmer (Cortikosteroide) notwendig.
Arbeit der an RAO erkrankten Pferde: Die erkrankten Pferde sollten in ausreichendem Maße bewegt werden, ohne dass es zu einer Überanstrengung kommt, die sich in einer hgr. Atemnot äußert. Im Gegensatz zum Menschen kommt es durch die Bewegung sogar zu einer verbesserten Lungenfunktion, die durch die belastungsinduzierte Freisetzung körpereigener Katecholamine erklärt wird. Ins besodere Adrenalin hat ß2-sympathomimetische Wirkung, wodurch es zur Bronchodilatation kommt.
Bei meinem Pferd wurde
„Hufrolle“diagnostiziert.
Was ist das genau und wie kann ich ihm helfen?
Die Podotrochlose ist eine der häufigsten
Lahmheitsursachen unserer Reitpferde.
Sie betrifft vorrangig die Vordergliedmaßen. Die Ursache und
Pathogenese dieser Krankheit ist bis heute nicht völlig
geklärt. Als primäre Ursachen werden degenerative
Prozesse im Sinne einer Abnützungsarthrose angesehen. Neben
der mechanischen Belastung der Hufrolle sind lokale Ischämie
und Probleme der Blutversorgung des Strahlbeins als pathogenetische
Faktoren diskutiert worden. Thrombotische Veränderungen an
zwei oder mehreren der distalen Stahlbeinarterien werden für
Nekrosen des Knochengewebes verantwortlich gemacht.
Symptome
Das Leiden entwickelt sich allmählich und wird daher oft
spät erkannt.
Die Aktion der Vordergliedmaßen wird flacher, eigenartig
kürzer und „spießig“.
Häufig findet man einen deutlichen Wendeschmerz.
Fälschlicher Weise wird oft eine Schulterlahmheit
diagnostiziert.
Therapie
Tiludronat ist das erste Biphosphonat in der
Vetreinärmedizin zur unterstützenden Behandlung
knochenbedingter Lahmheiten (Podotrochlose, Spat) bei Pferden.
Es wird intravenös verabreicht und hemmt den Abbau und
fördert den Aufbau von Knochen!
Bei der Behandlung von Podotrochlose jüngerer Genese mit
Tildren werden eindeutige mittel- bis langfristige Erfolge erziehlt. In
fortgeschrittenen Fällen (klinische Erscheinungen
über 6 Monate) kann mitunter eine zweite Behandlung im Abstand
von 2 Monaten notwendig sein, um eine deutliche klinische Besserung zu
erziehlen.
Ist es notwendig mein Pferd impfen zu lassen?
Natürlich ist es notendig sein Pferd von einem Tierarzt impfen zu lassen. Wir empfehlen die Impfungen gegen Influenza (Pferdegrippe), Herpes und Tetanus! Der Grund warum wir alle drei empfehlen ist einfach:
Influenza ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die über "Tröpfcheninfektion" übertragen wird, d.h. auch über weite Strecken (durch den Wind) kann ein Pferd erkranken und muß dafür auch keinen direkten Kontakt zu dem virusausscheidenden Tier haben. Diese Infektion führt zu einer langwierigen und kostspieligen Behandlung Ihres Tieres, häufig verursacht durch bakterielle Sekundärinfektionen!
Bei
Herpes handelt es sich um eine sogenannte
"latente" Infektion, d.h. das Virus ist in den Körperzellen
und bleibt dort auch zeitlebens. Die Tiere scheiden das Virus aus, ohne
Krankheitserscheinungen zu zeigen. Kommt es zu einem
Krankheitsausbruch, bedingt durch Stress, Erschöpfung,
Immunsupression,... so gibt es hier drei Formen: Atemwegserkrankungen,
nervale Erkrankungen (Lähmungen) und Abort.
Weiters ist ein großteil der gesamten Pferdepopulation
bereits mit Herpes infiziert!
Die Impfung kann eine Infektion nicht
gänzlich verhindern, jedoch Krankheitsausbrüche
minimieren!
Da sich Pferde sehr häufig verletzen ist es sinnvoll
eine Tetanusprophylaxe
durchzuführen.
Außerdem sind Pferde von allen Tierarten die
empfänglichsten für diesen uiquitären (in
der Umwelt vorkommenden) Keim! Häufig verläuft diese
Krankheit tötlich!!
Die Kosten für die Impfung stehen in keiner Relation zu den Kosten, die eine Behanlung dieser Erkrankungen verursacht; abgesehen von dem Leiden der Tiere!
Man kommt also zu Schluß, das es sinnvoll ist sein Pferd gegen diese drei Erkrankungen impfen zu lassen!
Außerdem wird Ihr Pferd vor jeder Impfung einem genauen klinischen Check unterzogen, der rechtzeitig Hinweise auf eine eventuell vorliegende Erkrankung bieten kann.
Ja, eine zumindest
jährliche Kontrolle durch einen Pferdemediziner ist bei jedem
Pferd ein Muss, auch wenn das Pferd nicht belastet bzw. geritten wird!
Denn auch diese Pferde müssen fressen und durch die
anatomischen Gegebenheiten nützen sich die Zähne
unterschiedlich ab.
Also entstehen Unregelmäßigkeiten nicht
durchs reiten sondern durch den Fressakt!
Auf Kurz oder Lang bekommt irgendwann beinnahe
jedes Pferd ein Zahnproblem. Dem kann man nur durch
regelmäßige Kontrollen vorbeugen.
Hier
eine kurze Information zur Anatomie und was ein Tierarzt bei der
Kontrolle macht:
Anatomie (sehr vereinfacht
dargestellt):
Das Pferdegebiss besteht aus verschiedenen
Zahnformen. Man unterscheidet Schneidezähne,
Hakenzähne und Backenzähne. Ein Pferd hat also ein
ungleichzähniges Gebiß.
Kaubewegungen:
Wie kommt es
jetzt zur unterschiedlichen Abnützung:
Pferde mahlen Ihr Futter auf Grund der
Bauweise des Kiefergelenkes durch seitliche Verschiebung des
Unterkiefers. Weiters ist das Oberkiefer breiter als sein
Gegenüber.
Die Kauflächen sind schräg
(Winkelung: ca.10-15°). Diese Schräge führt
zu elliptischen Bewegungen.
All
diese Besonderheiten ergeben, dass die Zähne des Oberkiefers
vermehrt an der lingualen (zur Zunge gerichteten) Seite und die
Unterkieferzähne vermehrt an der buccalen (zur Backe
gerichteten) Seite abgenützt. Dadurch entstehen im
Oberkieferbereich an der buccalen und an den Zähnen des
Unterkiefers an der lingualen Seite Zahnspitzen. Diese spitzen
Ausziehungen reizen die Schleimhaut und verursachen kleine
Läsionen bis hin zum Ulcus (Geschwür).
Das schmerzt bei jeder
Kaubewegung!
Somit ist klar, dass man
regelmäßig die Zähne kontrollieren
muß!
Übersicht
über die Tätigkeit bei der jährlichen
Kontrolle:
In einer möglichst ruhigen Umgebung wird
die Untersuchung am sediertem Tier wie folgt ablaufen:
•Vorberichterhebung
•Allgemeine Untersuchung des Pferdes
•Adspektorische Untersuchung (der Tierarzt schaut sich den Kopfbereich von außen an)
•Palpatorische Untersuchung (der Tierarzt tastet den Kopfbereich ab)
•Perkussion (der Tierarzt beklopft den Kopfbereich und achtet auf eventuelle Schalländerungen)
•Inspektorische Untersuchung (mit Hilfe eines Maulgatters sowie einer Lichtquelle wird das Maul des Pferdes und damit auch die Zähne untersucht) Wurden Zahnspitzen, oder andere Probleme festgestellt, so werden entsprechende Behandlungsmaßnahmen oder folgene weiterführende Untersuchungen eingeleitet:
•Röntgenologische Untersuchung (bei Bedarf)
•Endoskopische Untersuchung (oft nur Kliniken vorbehalten)
•Computertomographie (Kliniken vorbehalten)
•Magnetresonanztomographie (Kliniken vorbehalten)
•Szintigraphie (Kliniken vorbehalten) Behandlungsmaßnahmen: Zum Beispiel das „Abraspeln der Zähne“, wo Unregelmäßigkeiten entfernt werden. Hier sind elektrische Instrumente zu bevorzugen! Weiters gibt es imm er wieder bei Pferden im Zahnwechsel(bis zum 6. Lebensjahr) Probleme mit persistierenden Milchzahnkappen,die entfernt werden müssen. Sogenannte "Wolfszähne" sind häufig ein Grund für Anlehnungsprobleme beim Reiten und sollten dann auch entfernt werden. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Probleme im Bereich der Zähne, deren Beschreibung jedoch zu umfangreich wäre; deshalb haben wir hier nur häufig auftretende Beschwerden erwähnt. Unsere Praxis ist mit einer elektrischen Zahnraspel und weiteren Zahninstrumenten ausgestattet!
„Mein Pferd hat sich das Zähneraspeln immer ohne Sedierung
gefallen lassen!“
Ich würde mir gerne ein Pferd kaufen und wollte mich über eine Kaufuntersuchung erkundigen. Ist es wirklich notwendig? Was beinhaltet die Ankaufsuntersuchung und kann ich mir dann sicher sein, dass das Pferd gesund ist?
Was ist eine Ankaufsuntersuchung?: Die tierärztliche Ankaufsuntersuchung des Pferdes dient der Feststellung des aktuellen Gesundheitszustandes mit dem Ziel, die aus den untersuchten Parametern ableitbaren Abnormalitäten festzustellen. Die Untersuchung stellt in jedem Fall eine diagnostische Momentaufnahme dar und ist keine Gesundheitsgarantie!! Da ein Pferd ein lebender Organismus ist, kann sein Zustand tagesabhängig sein und sich jederzeit ändern. Die Entwicklung von Einzelbefunden kann nicht vorausgesagt werden. Das Ergebnis der Untersuchung klassifiziert das Pferd nicht als "gesund" oder "nicht gesund". Die Kaufuntersuchung ist ein Werkvertrag und kein Dienstvertrag wie andere Vet.-med. Tätigkeiten. Ankaufsuntersuchung im Detail: Die Ankaufuntersuchung wird nach einem Standardprotokoll durchgeführt. Dieses umfasst eine genaue Beschreibung des Tieres, sowie weitere Informationen über Haltung, Verwendungszweck,...; und natürlich auch die einzelnen Untersuchungen:
Wir empfehlen für jeden Pferdekauf eine Ankaufsuntersuchung durchführen zu lassen um bösen Überraschungen in der Zukunft so gut wie möglich vorzubeugen! Unsere Praxis ist durch modernste high-tech Ausstattung und pferdetierärztliche Kompetenz die beste Wahl für Ihre Ankaufsuntersuchung.
Was ist eigentlich Hufrehe?
Hufrehe ist als eine Entzündung der Huflederhaut definiert worden, die aber nur Ausdruck einer sehr komplizierten Ätiologie ist. Es handelt sich bei dieser Krankheit um eine Erkrankung der Gefäße aus unterschiedlichen Anlässen. Ätiologie: •Fütterungsrehe nach Aufnahme einer toxischen Menge Getreide: Wenn Pferde, die an solch große Portionen von Kohlenhydraten nicht gewöhnt sind, bzw. noch keine Toleranz entwickelt haben, diese Menge Weizen, Mais u. Gerste (weniger Hafer) aufnehmen, so kommt es zu einer bakteriellen Entgleisung im Zäkum (Blinddarm). Milchsäureproduzierende Bakterien nehmen zu und es kommt zum Abfall des ph-Wertes, wodurch die Zellwand der gram.neg. Bakterien zerstört wird und Endotoxine (Giftstoffe) freigesetzt werden. Durch die geschädigte Darmwand gelangen diese Giftstoffe ins Blut (das geschieht alles innerhalb von nur 3 Stunden nach der Aufnahme der Kohlenhydrate). Nach 16-24 Stunden wird in der Regel die Lahmheit festgestellt. •Belastungsrehe •Geburtsrehe nach Endometritis, Nachgeburtsverhalten oder schweren systemischen Infektionen Es handelt sich hier immer um die schwere Form der Rehe. •Hufrehe bei gut genährten Tieren, nach übermäßiger Aufnahme von frischem, jungem Gras auf üppigen Weiden: Shetland Ponies, Welsh Ponies, und fette Pferde anderer Rassen neigen besonders zu dieser Erkrankung. •Hufrehe nach Aufnahme großer Mengen kalten Wassers: Überhitzte Pferde nahmen große Mengen kalten Wassers auf, was möglicherweise zu einer Kolitis oder Gastroenteritis führt. Pathogenese: Histopathologische Befunde zu Beginn der Rehe haben gezeigt, dass es zu einer Schädigung der Epidermis kommt. Beim Übergang zum chron. Stadium greift die Nekrose auf die Strukturen der Huflederhaut über und führt zu einer Schwächung des Aufhängeapparates zw. Epidermis und Korium. Im Zehenspitzenbereich kommt es zu einer Hyperplasie der Epidermisschichten bis schließlich Epidermis und Korium durch eine keilförmige Masse lockeren, weichen Horns voneinander getrennt sind. Es kommt also einerseits zu einer Hufbeinrotation durch den Zug der tiefen Beugesehne und zu einer Hufbeinsenkung. Stadien: Frühstadium: beginnt wenn das Pferd mit Faktoren in Kontakt kommt, welche die für die Rehe verantwortlichen pathologischen Mechanismen auslösen. Akutes Stadium: beginnt mit dem Auftreten der Lahmheiten und endet nach 48 Stunden, wenn es zum Auftreten der Hufbeinrotation kommt. Chronisches Stadium: beginnt entweder, wenn die Symptome der Lahmheit mehr als 48 Stunden bestehen, oder wenn es zur Rotation des Hufbeines kommt. Kann Wochen oder das restliche Leben des Tieres bestehen bleiben. Intermittierende oder dauernde Lahmheit. Symptome: Akutes Stadium: Grad 1: In Ruhe hebt das Pferd ständig abwechselnd die Hufe. Im Schritt ist keine Lahmheit zu erkennen, im Trab ist der Gang kurz u. steif. Grad 2: Die Pferde gehen im Schritt zwar willig, aber steif vorwärts. Aufheben des Fußes ist ohne Schwierigkeiten möglich. Grad 3: Das Pferd bewegt sich äußerst widerwillig und wehrt sich heftig gegen den Versuch einen Fuß aufzuheben. Grad 4: Das Pferd weigert sich, sich zu bewegen. Nur durch Zwang ist es zum Laufen zu bringen. Chronisches Stadium: Je nach Rotation des Hufbeins kann es zu einer Zusammenhangstrennung im Saumbereich in der Umgebung der Proc. Extensorius kommen. Weiters: Durchbrechen an der Sohlenfläche (hier ist die Prognose äußerst ungünstig). Weitere wichtige Symptome: Typische Stellung: Sägebockartig. Voderbeine nach vorne gestreckt (minimiert den Zug der tiefen Beugesehne), Hinterbeine häufig unter dem Körper gestellt. Pulsation der Hauptmittelfußarterie. Wichtig: Die Hufrehe ist eine Notfallsituation !! Keine Selbstbehandlungen durchführen !! Es ist bei hochgradigen Lahmheiten (eben auch Reheverdacht) unbedingt ein Tierarzt zu rufen!!
![]() |
|||||
![]() |
|||||