Die Grundlagen der Osteopathie waren
schon in der Antike bekannt.
Das Wort Osteopathie leitet sich aus dem Griechischen ab,
“os” steht für
“Knochen”, “pathos”
für das “Leiden”. Heute ist die
Osteopathie als eine Form manueller Medizin weltweit anerkannt.
Der Körper als
Einheit
Osteopathie begreift den Körper als Einheit, alle Strukturen
und Funktionen sind miteinander verknüpft. Osteopathen
vergleichen den Körper deswegen auch mit einem Uhrwerk, in dem
ein Rädchen ins andere greift. Ist eine Stelle
gestört, kann das Auswirkungen auf den gesamten Organismus
haben. Beim Pferd kann zum Beispiel eine Blockierung des ersten
Halswirbels zu Problemen in der Vorderfußwurzel
führen.
Mit Händen heilen
Die Osteopathie ist eine manuelle Behandlungstechnik. Der Therapeut
setzt allein seine Hände ein. So ertastet er
Bewegungseinschränkungen. Diese können durch
Unfälle, Stürze oder Gelenkblockierungen entstanden
sein, aber auch eine Folge sein von Muskelverkürzungen,
Muskelverspannungen, Narben-, Bänder- oder Gelenkverklebung.
Mit Hilfe seiner Hände versucht der Therapeut, die
Blockierungen zu lösen.
Das Haltungs- und Bewegungssystem ist mit allen wichtigen Funktionskreisen des Körpers eng verbunden. Daher zeigt die osteopathische Behandlung auch Wirkung auf Atmung, Herz-Kreislauf, Stoffwechsel und Psyche.
Vom Menschen zum Pferd
Ursprünglich wurde die Osteopathie also am Menschen und
für den Menschen entwickelt. Seit Beginn der 70er Jahre werden
aber auch Pferde mit dieser Methode behandelt. Denn die Anatomie des
Menschen, das Zusammenspiel von Muskulatur, Gelenken, Bändern
und Sehnen ist der des Pferdes ähnlich.
Die
Ausbildung am DIPO ( Deutsches Institut für Pferdeosteopathie)
ist als Weiterbildung über zwei Jahre angelegt. Nach
erfolgreichem Abschluss dürfen die Absolventen die Bezeichnung
DIPO-Pferdeosteotherapeut tragen.
Die Ausbildung zum DIPO-Pferdeosteotherapeuten ist damit die einzige, die von mehreren Tierärztekammern, dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) anerkannt ist.
• bei einer andauernden Steifheit u. Widersetzlichkeit gegen die Reiterhilfen
• bei unterschiedlichen Formen der Lahmheit
• bei einem Pferd, das sich schlecht die Beine aufnehmen lässt
• bei einer schlechten Kopfhaltung, schlechten Hals- und/oder Schweifhaltung in Ruhe u. bei der Arbeit
• nach einer Komplikation beim Abfohlen
• nach einem schweren Sturz, um eine Veränderung der Struktur (die nicht unbedingt sichtbar ist) zu behandeln
• bei einem Leistungstief
• bei nicht erklärbaren Verweigerungen am Hindernis
• bei Taktfehlern in den verschiedenen Gangarten
• bei Schmerzanzeichen während oder nach der Arbeit
• nach einer Verletzung, eine frische Verletzung ist besser und schneller zu behandeln als eine ältere od. chronische
• als Prophylaxe zur Gesunderhaltung und Leistungsoptimierung
Eine
osteopathische Behandlung dauert ca 1 ½ Stunden. Das Ziel
jeder osteopathischen Behandlung ist immer ein
Mobilitätsgewinn, das heißt ein Wiedererlangen der
natürlichen Bewegung. Jede Behandlung beginnt daher
zunächst damit, dass sich der Therapeut einen Eindruck von der
Beweglichkeit des Pferdes macht, durch Beobachten und Ertasten. Nicht
die Form eines Gelenks hat sein Augenmerk, sondern dessen
Mobilität. Nach der gründlichen Bestandsaufnahme
entscheidet der Therapeut, welche Techniken er anwendet bzw. welche
Strukturen er manipuliert.
Die Vorstellung, der Osteopath „renke“ etwas ein
oder aus, ist falsch. Es findet keine Einrenkung oder Verschiebung
eines Wirbels oder eines Gelenks statt. Es geht allein darum, fest
sitzende Strukturen zu lösen.
Nach einer Behandlung braucht das Pferd mindestens 48 Stunden zur
Erholung. Es sollte in dieser Zeit nicht geritten werden, sich aber
frei bewegen können.
Nach
einer Behandlung ist das konsequente und geziehlte Aufbauen und/oder
weitere Trainieren eines tragfähigen Muskelapparates zu
empfehlen. Der DIPO-Trainer bietet dafür eine sinnvolle
Unterstützung.
Der DIPO-Trainer ist ein Trainingszügel, der im Gegensatz zu herkömmlichen Hilfszügeln nicht über Druck auf das Genick oder Maul wirkt und die Pferde nicht eng, sondern lang im Hals macht. Denn Hilfszügel die Druck auf Maul und Genick sowie einen zu engen Hals provozieren, verhindern, dass das Pferd sich frei und losgelassen bewegen kann.
Für die Biomechanik des Pferdes ergibt sich durch den Einsatz
des DIPO- Trainers folgende positive Bewegungskette:
Wenn das
Pferd den Hals nach vorwärts abwärts dehnt,
wölbt sich die Brustwirbelsäule im bereich des
Widerristes und in der Sattellage nach oben auf. Die
Schulter-Halsmuskulatur ist frei beweglich, die Rippen können
sich ihrer anatomischen Anordnung entsprechend zur Seite und nach oben
wölben, ebenso wie das Brustbein. Alle genannten
Körperteile benötigen die volle Bewegungsfreiheit
für die ungehinderte Atmung und Zwerchfellbewegung.

Eine trainierte, straffe
Bauchmuskulatur (rot) fördert das Auf- wölben des
Pferderückens in der Lenden- und Nierenpartie.
Er ist ein idealer Trainingszügel nach der osteopathischen Behandlung und zur Entlastungsarbeit bei nicht bewegungsblockierten Pferden.
- Keine störende Wirkung auf Maul und Genick
- Fördert das Aufwölben des Rückens durch Training der Bauchmuskulatur
- Fördert die vorwärts-abwärts-Bewegung (wirkt Kissing spine entgegen)
- Aktiviert die Hinterhand
- Fördert die Losgelassenheit
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